Sparkassen-Tourismusbaromete: Ostholstein als Reiseziel zukunftsfest machen!

Wirtschaftspolitiker der SPD- Kreistagsfraktion Ostholstein informieren sich bei der Sparkasse Holstein über aktuelle Entwicklungen im Ostholstein- Tourismus.

v.l.n.r.: Neumann, Falk(Sparkasse), Gerwanski(Vorst. Sparkasse), Baldus, Fritsche, Steigert, Niemann, Woller, Ashby

 

Die Betreiber kleiner Herbergen noch besser qualifizieren, Investitionen vorantreiben, die Kommunikation innerhalb der Tourismusbranche verbessern und sich strategisch klar positionieren – mit diesen Maßnahmen soll es gelingen, Schleswig- Holstein langfristig als Tourismusregion wettbewerbsfähig zu machen. Zu diesem Ergebnis kommt das Sparkassen- Tourismusbarometer Schleswig- Holstein. Seit 2002 bereitet das Sparkassen- Tourismusbarometer jährlich aktuelle Trends und Themen der Branche auf, identifiziert dabei gegenwärtige Probleme der Tourismuswirtschaft und stellt praktikable Lösungsansätze bereit. Die Ergebnisse für 2013 stellte Hans- Ingo Gerwanski, Direktor in der Sparkasse Holstein und Leiter des Tourismusarbeitskreises für den Unternehmensverband Ostholstein- Plön, der SPD- Teilfraktion des Kreises Ostholstein unter Leitung des wirtschafts- und tourismuspolitischen Sprechers Heinz- Dieter Steigert vor.

„Obwohl die Deutschen tendenziell mehr reisen, hat Schleswig- Holstein in den letzten Jahren im bundesweiten Vergleich Marktanteile bei den Übernachtungen verloren“, fasste Hans- Ingo Gerwanski die jüngsten Entwicklungen des Tourismusmarktes in seinem Vortrag zusammen. Vor allem in den Jahren 2011 und 2012 seien die Zahlen rückläufig gewesen, so Gerwanski weiter. 2013 hätte es hingegen eine erfreuliche Trendwende gegeben: Die Übernachtungen in Schleswig- Holstein seien wieder angestiegen und hätten sich im bundesweiten Vergleich sogar überdurchschnittlich entwickelt.

Dabei profitierte das Bundesland unter anderem von einem bundesweiten Trend zugunsten des Incoming- Tourismus (Übernachtung von ausländischen Gästen in Deutschland). Die Anzahl der Ausländerübernachtungen beträgt in Schleswig- Holstein inzwischen mehr als 1,5 Mio. pro Jahr, von Januar bis November 2013 war ein erfreulicher Anstieg von über elf Prozent zu verzeichnen. Diese Entwicklung gilt es zukünftig noch stärker zu forcieren, waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung einig. Vor allem bei Gästen aus den skandinavischen Ländern identifizierten sie ein hohes Potential. Bislang wurde diese große Gruppe bei der Planung und Kommunikation von Angeboten zu wenig berücksichtigt.

Im Rahmen seines Vortrags thematisierte Hans- Ingo Gerwanski auch speziell die Situation der Tourismusbranche im Kreis Ostholstein, dem die Ergebnisse des Sparkassen- Tourismusbarometers perspektivisch gute Entwicklungschancen attestieren. „Neben dem Strandtourismus kann die Region von Fehmarn bis Lübeck vor allem von gut ausgebauten Wasserwanderwegen und dem interessanten Umfeld mit attraktiven kulturellen Angeboten und Einkaufsmöglichkeiten im Hinterland profitieren“, so Gerwanski. Gleichzeitig wies er jedoch auch auf die strukturellen Herausforderungen des regionalen Tourismus hin: „Auf der einen Seite haben wir die für Ostholstein typischen kleineren Familienbetriebe mit einem teilweise über Jahre aufgelaufenen Investitionsstau und oft auch einer fehlenden Unternehmens- nachfolge. Auf der anderen Seite gibt es in unserer Region immer neue und leistungsfähigere touristische Investitionsvorhaben.“ Die Herausforderung sei es, mittelfristig für alle klare Perspektiven zu schaffen und auch die kleinen Herbergen wettbewerbsfähig zu halten. Dem Trend zur Professionalisierung könne dabei nur mit weitreichender Qualifizierung der Betreiber begegnet werden.

Weiterhin sei es notwendig, den Investitionsstau der Familienbetriebe abzubauen. Denn nur Investitionen und neue Attraktionen könnten die Aufmerksamkeit schaffen, die Ostholstein dringend brauche, um sich auch weiterhin im Wettbewerb behaupten zu können, konstatierte Gerwanski. Dass in der Tourismusbranche diesbezüglich bereits ein Umdenken eingesetzt hat, verdeutlichte Stefan Falk, Berater in einem der acht FirmenkundenCenter der Sparkasse Holstein von Hamburg bis Fehmarn: „Die erfreuliche Entwicklung des Kreditgeschäftes der Sparkasse Holstein im Jahr 2013 zeigt auf, dass viele dies bereits erkannt haben – während das Kreditvolumen der Firmenkunden um erfreuliche 5,8 Prozent nach oben ging, ist es beim Gastgewerbe sogar um 10,4 Prozent angestiegen.“

Das Schwerpunktthema des Sparkassen- Tourismusbarometers 2013, das auf der Veranstaltung ebenfalls diskutiert wurde, betrifft die Kommunikation der im Tourismus handelnden Akteure auf den verschiedenen Ebenen in Schleswig- Holstein. „Bereit für die gemeinsame Sache?“, titelt das Sparkassen- Tourismusbarometer die Wechselwirkungen besonders zwischen Politik, Tourismusverbänden, Medien und Bevölkerung. „Gerade die komplexen Strukturen sorgen für eine gewisse Unübersichtlichkeit, welche zu durchblicken den Beteiligten ein gewisses Maß an Insiderwissen abverlangt“, beklagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Heinz- Dieter Steigert. „Dadurch wurden unnötig Hürden geschaffen, welche in einem systematischen, gesteuerten und langfristigen Prozess abgebaut werden müssen!“

Es gelte, auch bei den Parteien das Wissen über die Tourismusbranche zu verbessern sowie die ressortübergreifende Abstimmung in diesem Bereich zu optimieren und offener zu gestalten, um den parteiübergreifenden Dialog zu intensivieren. Wäre der Tourismus im politischen Betrieb präsenter, stiege langfristig auch seine Wertschätzung, so Steigert. „Dreh- und Angelpunkt ist eine deutliche Intensivierung der Kommunikation auf allen Ebenen und eine noch breitere Einbindung der Bevölkerung und der touristischen Betriebe“, brachte Hans- Ingo Gerwanski die Problematik auf den Punkt.

„Es ist jedes Jahr aufs Neue interessant, die aktuellen Entwicklungen mitsamt ihrer Wechselwirkungen im Tourismusbarometer nachfühlen zu können“, fasste Heinz- Dieter Steigert die Veranstaltung abschließend zusammen. Im Namen der Teil- fraktion bedankte er sich bei den Gastgebern für den intensiven Austausch. „Die Aufbereitung ist wie gewohnt sehr gut.“

Über das Sparkassen- Tourismusbarometer Schleswig- Holstein

Das Sparkassen- Tourismusbarometer Schleswig- Holstein existiert seit Januar 2002. Träger sind der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig- Holstein und der Tourismusverband für Schleswig- Holstein. Das Tourismusbarometer dient der kontinuierlichen, problemorientierten Beobachtung der Tourismusentwicklung in Schleswig- Holstein und seinen Reisegebieten, der Identifikation aktueller Probleme sowie der Ableitung von Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus widmet es sich in jedem Jahr einem aktuellen Branchenthema, wobei 2013 die Innenkommunikation im Tourismus in Schleswig- Holstein im Fokus stand. Das Sparkassen- Tourismusbarometer wird wissenschaftlich betreut und von der dwif- Consulting GmbH durchgeführt.

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